Nach dem vereitelten „Bombenanschlag“ in Bonn vor einigen Tagen präsentierte die Polizei schon wenige Stunden später die vermeintlichen Tatverdächtigen: Zwei radikale Islamisten. Moslems. Unmittelbar im Anschluss stellte sich heraus: Die Männer hatten mit der abgestellten Bombentasche nicht das Geringste zu tun. Sie mussten auf freien Fuß gesetzt werden.
Eine ähnlich vorschnelle Berichterstattung war nach dem Anschlag 2011 in Oslo zu beobachten. Ohne einen einzigen konkreten Hinweis auf die Täter zu haben, sprachen die Reporter vor Ort das Attentat Al-Qaida zu. Auch hier stellte sich im Anschluss heraus, nicht radikale Islamisten waren für den Terror verantwortlich, sondern im Gegenteil, der radikale Christ und Islamhasser Anders Breivik. Oslo 2011 war der gravierendste Mordanschlag Norwegens seit dem 2. Weltkrieg.

 

 
Die Gefahr, in Europa islamistischem Terror zum Opfer zu fallen, ist verschwindend gering. Laut den Zahlen von Interpol wurden 2010 insgesamt 249 Anschläge mit terroristischem Hintergrund verübt. Lediglich drei davon gingen auf das Konto radikaler Islamisten. Die größte Terrorgefahr in Europa geht von der ETA in Spanien aus. Dennoch stellen unsere Medien, wenn es um die Aufklärung eines Terroranschlages geht, den Moslem unter Generalverdacht. Diese Technik der medialen Manipulation ist nicht neu und nennt sich Framing. KenFM im Gespräch mit Sabine Schiffer vom Institut für Medienverantwortung zu dieser Technik der unterschwelligen Propaganda, die darauf abzielt, Vorurteile zu bedienen und zu zementieren.

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