Die Wahrheit über die McDonald´s Pommes

Es besteht kein Zweifel daran, dass McDonald´s die unangefochtene Nr.1 der Fastfoodketten in Deutschland ist. Mit der Eröffnung der ersten deutschen Filiale in der Martin-Luther-Straße in München 1971 begann der Siegeszug des großen gelben M und er hält bis heute an. Die Pommes Frites kannten die Deutschen natürlich schon lange vorher. Aber mit Mc Donald´s wurden sie zu einer beliebten Beilage oder auch einfach nur zum Snack für Zwischendurch. Mal ehrlich, im McDonald´s wirst du nicht mal mehr gefragt, ob du dein Menü mit oder ohne Pommes willst. Und wenn nicht erwünscht, dann musst du dich regelrecht vor ihnen wehren, landen sie doch in einer Selbstverständlichkeit auf deinem Tablett. Die Pommes ersetzten 1949 die einfachen Chips als Beilage in amerikanischen Mc Donald´s Restaurants. Seitdem gehören sie zum McDonald´s Menü wie das Amen in der Kirche. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert, auch wenn die dünnen gelben salzigen Stengel im Zuge einer zunehmend ernährungsbewussten Gesellschaft immer mehr in Verruf gerieten. Die Marketingabteilung von Mc Donald´s war schon immer äußerst wachsam und rief alsbald den Gartensalat auf den Plan. Tatsächlich findet man ihn jetzt auf den Menüplänen als Alternative zu den Pommes, allerdings nur dann, wenn man das Kleingedruckte mitliest. Wenn nicht, dann stellen sich bei der Bestellung immer nur diese beiden Fragen: „Normal oder Maxi? Ketchup oder Majo?“ Keine Angst, mit der „Wahrheit über die McDonald´s Pommes“ wollen wir dir nicht völlig den Appetit verderben. Schließlich sind sie nicht einmal das ungesündeste, was man im Mc Donald´s zu essen bekommt. Aber dazu später mehr. DER EXPERTE: Dr. Christopher Ochner, Wissenschaftler des New Yorker Obesity Nutrition Research Center im St. Luke’s-Roosevelt Krankenhaus. Als Ernährungsberater ist er sehr vertraut mit Inhalt und Wirkung von McDonald´s Menues. Du kennst ihn vielleicht aus dem Dokumentarfilm „Superzize Me“, in dem aufgezeigt wurde, was passiert, wenn man zwei Monate lang jeden Tag ein McDonald´s XXL Menü verschlingt. Nun, eigentlich weniger als befürchtet, er hat das Experiment überlebt, nahm aber ein bisschen zu – wen wundert´s. DAS VERSUCHSOBJEKT: Eine McDonalds Pommes von 140g (große Pommes) DIE NÄHRWERTE: 500 Kalorien, 25 g Fett, 63 g Kohlenhydrate, 350 mg Natrium, 6 g Ballaststoffe, 6 g Protein. DIE ZUTATEN: Kartoffeln, Pflanzliche Öle (Raps, Soja) natürliches Rindfleischaroma (mit Weizen- und Milchderivaten), Zitronensäure, Traubenzucker, Natriumsäure-Phosphat (für die gelbe Farbe), Salz und Dimethylpolysiloxane. Das Fritierfett hat ausserdem TBHQ.

Ein Pommes unter der Lupe:

DIE PFLANZLICHEN ÖLE:

Für die Herstellung von Pommes werden Kartoffeln als ursprünglich gesunde Kohlenhydrate in Fett frittiert. Die McDonald`s Fritten werden gleich 2-mal in Fett getränkt. Laut Ochner werden sie schon während der Herstellung nach dem Schneiden gekocht und einmal kurz frittiert, bevor sie tiefgefroren ausgeliefert werden.

Dies sind die Zutaten des Ölbads, das die Pommes zu sich nehmen:

a) Rapsöl: Es ist ein zum Kochen häufig verwendetes Öl, da es nichts schädliches an sich hat und im Vergleich zu den gleich folgenden Fetten relativ gesund ist. Es ist aber auch randvoll von Kalorien, die auf deinen Hüften landen, wenn du zuviel davon abkriegst. Es ist schwer zu sagen, wieviel McDonald´s von dem guten und wieviel von dem weniger guten Öl zum frittieren verwendet, aber Ochner geht gemäß wirtschaftlicher Überlegung davon aus, dass das ungesunde Öl wie Mais und Soja überwiegt, weil es billiger ist.

b) Hydriertes Sojaöl: Wenn gewöhnliches Sojaöl hydriert wird, verwandeln sich seine ungesättigten Fettsäuren in gesättigte, was das Kochen vereinfacht und dem Essen mehr Haltbarkeit verleiht. Die Schattenseite sind aber die neu entstandenen Trans-Fettsäuren, weil sie Herzkrankheiten auslösen können. Mehrere Länder mit Ausnahme von Deutschland schreiben eine gesetzliche Grenze von Trans-Fetten in Nahrung vor, die Hersteller nicht überschreiten dürfen. Die USA haben die Verwendung von Transfetten in Restaurants in einigen Staaten komplett verboten. Hat dies das McDonald´s Imperium dazu bewegt, seine Zutaten für die Fritteuse zu überdenken? Negativ. Laut Ochner nutzt Mc Donald´s eine Gesetzeslücke, um weiterhin ausreichend Transfette verwenden zu können, da die Bestimmung von „keine Transfette pro Portion“ in Juristendeutsch als „weniger als 1 g pro Esslöffel Frittierfett“ definiert ist.

c) Natürliches Rindfleischaroma: Bis vor 50 Jahren noch wurden die McDonald´s Pommes in Rindfleischfett frittiert. Als man zur pflanzlichen Ölmischung überging, wollte man den bekannten Pommesgeschmack nicht verlieren, so entschied man sich zur Beigabe von Rindfleischaromen. Das Aroma wird durch Hydrolyse von Weizen und Milch hergestellt. Fazit: Diese Pommes sind nicht vegetarisch.

d) Zitronensäure: Dieses gebräuchliche Konservierungsmittel kann ohne Probleme gegessen werden. Störend ist dabei nur, wie ausgezeichnet es konservieren kann. Vielleicht erinnerst du dich an die Stelle in der Doku „Supersize me“, wo gezeigt wurde, wie lange sich ein Pommes von McDonald´s halten kann: Es zersetzt sich nicht, selbst nach Monaten sieht es noch so aus, als sei es erst gestern aus dem Frittierfett gesprungen.

e) TBHQ ist ein extrem potentes Konservierungsmittel, kommt in vielen Nahrungsmitteln vor und könnte der eigentliche Grund dafür sein, warum aus längst verstorbenen McDonald´s Pommes keine Zombies werden. Auch wenn man keine TBHQ-Schäden am Menschen finden konnte – bei Tieren kann der Stoff immerhin Magengeschwüre auslösen und soll das DNA beschädigen.

DER TRAUBENZUCKER:

…ist die dritte Zutat, die neben Kartoffeln und Öl in jede echte McDonald´s Pommes reingehört. Warum werden denn die Pommes erst gesüßt und anschließend versalzen? Die Antwort ist einfach: Die Zucker-Salzkombination bringt einen kräftigen Geschmack und stärkt das Verlangen nach möglichst vielen unserer kleinen gelben Freunde. Neuester Forschung zufolge, verwandelt der Körper den Zucker in Nahrungsmitteln noch schneller in Körperfett um als es bei den Fetten selbst der Fall ist. Mit anderen Worten: Zucker macht noch fetter als Fett.

NATRIUMSÄURE-PHOSPHAT:

Dieses Konservierungsmittel ist der Grund dafür, warum die Pommes ihre goldbraune Knusperfarbe behalten und nicht schwarz werden, selbst wenn du sie monatelang im Schrank lässt. Sie werden ihren Anstrich „Frisch Frittiert“ nicht verlieren. Ab jetzt und in aller Zukunft kommt dir nur noch der Gartensalat aufs Plastiktablett? So einfach kommst du ihm leider nicht davon, dem Natriumsäure-phosphat, denn es steckt in ganz vielen Fertigprodukten wie Muffins, Pudding, Waffeln, Pfannkuchen, tiefegfrorene Teigwaren, aromatisierte Milch, Kartoffelprodukte, Konservenfisch und so weiter….

POLYDIMETHYLSILOXAN:

Nie gehört? Nun, eigentlich gehört diese chemische Verbindung auch nicht in die Küche, sondern vielmehr in die Aptoheke. Polydimethylsiloxan fungiert unter anderem als Gleitbeschichtung von Kondomen und ist in Kosmetikprodukten zu finden. Was aber macht ein Gleitmittel in deinen Pommes? Klingt krank, erfüllt aber eine bestimmte Funktion: Die McDonald´s Küchen geben etwas von dem Mittel – vermutlich während die Kartoffelstifte gekocht werden – ins Wasser, weil dies den ganzen Herstellungsprozess beschleunigt. Polydimethylsiloxan verhindert nämlich die Schaumbildung auf dem Wasser. Es gibt zwar keine Studien, die beweisen würden, dass das Mittel nicht essbar wäre, aber mal ehrlich, wer ist schon scharf darauf, Gleitgel zu essen?

Alles in allem klingt das alles sehr verdächtig, oder nicht? Und dennoch: Trotz der potentiell riskanten Zutaten, die sich in McDonald´s Pommes verstecken, ist es immer noch die gesättigte Fettsäure, die die gesundheitsgefährdendste Zutat ist, so Ochner. Die Pommes Frites sind noch nicht mal das ungesündeste, was Fastfoodketten wie McDonald’s auf der Karte haben, wenn man mal die Fett- und Kaloriewerte in Betracht zieht. Was du bei McDonald’s zum Beispiel vermeiden solltest, ist der Big Tasty Bacon mit stolzen 820 Kalorien und 45 g Fett. Bei Burger King ist es der Double Whopper, der mit 830 Kalorien und 50 g Fett doppelt reinhaut.

DAS ERGEBNIS: McDonald’s Pommes sind trotz aller fragwürdigen Zutaten nicht giftig, aber sie sind auch weit davon entfernt, gesund zu sein. Nährstoffwerte wie Proteine, Vitamine und Mineralien haben sie fast keine, dafür aber jede Menge Fett. Das heißt, wenn du nicht ohne Pommes leben kannst, dann bestell´ dir wenigstens die kleine anstatt die große Pommes. Du vermeidest allein bei diesem kleinen Unterschied

– 270 Kalorien

– 14 g Fett

– 2 g gesättigte Fettsäuren

– 34 g Kohlehydrate

Foto: Scott Olson/Getty Images News/Getty Images

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