flickr.com / Mirko Isaia / (CC BY-NC-SA 2.0)

Tränengaseinsätze, Schlagstöcke und politische Lügen auf der einen sowie wütende, aktive Bürger auf der anderen Seite. Seit nunmehr 8 Tagen in Folge protestieren erzürnte italienische Bürger gegen ihre Regierung, akzeptieren mitnichten das EU-Spardiktat. Sie wollen dem herrschenden Lobbyismus endlich seine Grenzen aufzeigen. Ergo befindet sich Italien im Ausnahmezustand, ähnlich wie Frankreich oder Spanien; die Revolution hat begonnen, Straßenkämpfe prägen Europa.

Generell streben Bürger aller drei Nationen nach einem sorgenfreien Leben; Wirtschaft soll den Menschen dienen, Arbeit zum Wohlergehen beitragen, fernab erzeugter Armut. Zweifelsohne nahezu unmöglich inmitten des lobbyistischen Europas. „Landespolitiker empfangen Befehle aus Brüssel, lassen Menschen wie Sklaven arbeiten, damit ihr eigener Reichtum kontinuierlich wächst – genau dagegen demonstrieren wir.“ Was ein französischer Student geäußert, entstand keineswegs aus Frust, sondern viel eher aufgrund nüchterner katastrophaler, europaweiter politischer Zustände.

Widerstand gegen Regierungen wächst

Neben Handwerkern, Bauern, Arbeitslosen demonstrieren ebenso weitere soziale Schichten. Ganz gleich ob Hausfrau oder Student, sie kämpfen für bessere Zeiten, möchten gehört werden samt ihrer Ideen, Visionen. „Alternativen existieren reihenweise. Nun ist es an der Zeit, daß Völker Politik machen, ohne Politikerclowns.“ Ja, die verbalen Töne auf Europas Straßen sind berechtigterweise scharf geworden, niemand glaubt mehr an normale politische Veränderungen.

Zwar suggerieren Politikermarionetten Völkern weiterhin Sicherheit, doch tauschen Spanier, Franzosen oder Italiener diese keinesfalls länger gegen ihre selbstbestimmte Freiheit ein, weil inzwischen jedwede Bevölkerungskontrollen bestens bekannt.

https://www.facebook.com/lessacrifies

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Erneut waren am Wochenende Franzosen unterwegs, informierten Bürger. Die Protestbewegung Les Sacrifiés (die Opfer), welche zuweilen  große Proteste unterstützt, leistet mittlerweile hervorragende Basisarbeit. Besonders interessant scheint in diesem Zusammenhang, daß diverse Geschäftsleute, Mittelstandsunternehmer Geschäfte (teilweise aus Protest geschlossen) samt „Sacrifiés – Mais pas résigné“ kennzeichneten, was sinngemäß bedeutet: „Wir sind Opfer, aber  resignieren nicht.“ Überdies unterzeichneten 568.825 die gestartete Petition, womit das Ziel innerhalb eines Monats erreicht wurde. Franzosen kommentieren, helfen einander.

Movimento dei Forconi heizt hingegen Italiens Straßen weiter ein, gerade letzten Samstag (14. Dezember) explodierte erneut die Wut vieler Bürger. Insbesondere Studenten, junge Italiener agieren teils radikal, außer Polizisten zeigen Solidarität. Momentan scheint es Richtung Spanien, Frankreich zu gehen. Anfangs Wut kanalisieren, dann konstruktiv handeln. Ein ähnliches Bild entstand am 14. Dezember in Madrid, dort demonstrierten zwischen 5.000 bis 8.500 Bürger friedlich gegen Rajoys neue „Bürgerrepressionsgesetze“, demzufolge Strafen bis 600.000 Euro jene Initiatoren erwarten, welche spontan demonstrieren oder angemeldete Proteste eskalieren; dank staatlich eingeschleuster Provokateure fast stetig der Fall. Genauso eine Eskalation kam abends zustande, wobei laut Polizeiangaben 23 Menschen Verletzungen erlitten. Man merkte Zuschauern ihre Angst an: Wer früher mitgelaufen, steht heute eher beobachtend am Rand, aus Angst vor rechtlichen Konsequenzen. Scheinbar fürchtet Spaniens Regierung die ¡Democracia real YA! und deren Partido X, die einzigste bürgerliche Partei Europas, fern interner Streitigkeiten sowie klarem, vorhandenen Fundament. Keine reine Professorenpartei, sondern Bürger aller sozialen Schichten vereint Partido X.

Drei Länder bereits vereint? Zukünftige Proteste entschlüsseln dieses Geheimnis. Aktuell existieren Bestrebungen, Verbindungen kleinerer Netzwerke aller drei Protestnationen, welche Weihnachtsprotestüberraschungen nicht ausschließen.

Ich schließe mit einem Zitat aus dem Film Braveheart:

“Und wenn ihr einmal in vielen Jahren sterbend in euren Betten liegt, wärt ihr dann nicht bereit, jede Stunde von Heute bis an jenen Tag einzutauschen, um einmal nur, ein einziges Mal nur, hier wieder stehen zu dürfen, um unseren Feinden zuzurufen: “Ja, sie mögen uns unser Leben nehmen, aber niemals nehmen sie uns unsere Freiheit!”

Ihr

Joachim Sondern

Artikelbild:

flickr.com / Mirko Isaia / (CC BY-NC-SA 2.0)

 

Quelle & © www.buergerstimme.com

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