Quelle: http://www.wienerzeitung.at/nachrichten/top_news/638504_Explosion-an-Gasleitung-Richtung-Europa-in-der-Ukraine.html

Gas-Streit
Explosion an Gasleitung Richtung Europa in der Ukraine

Von WZon/APA

Zwischenfall soll keine Auswirkungen auf den Gasfluss in die EU haben, da der Energieträger durch eine Parallel-Leitung fließen könne.

Laut Medienberichten soll es eine Explosion an einer Gasleitung in Richtung Europa in der Ukraine gegeben haben.

Kiew. Bei einer Explosion in der Ukraine ist eine Erdgasleitung in Richtung Europa beschädigt worden. Bei der Explosion an der auch als „Transsibirische Pipeline“ bekannten Urengoj-Pomari-Uschgorod-Leitung sei offenbar niemand verletzt worden, so das ukrainische Innenministerium am Dienstag. Der ukrainische Pipeline-Betreiber Uktransgaz erklärte, Gaslieferungen nach Europa seien nicht betroffen.

Bei dem Vorfall in der Region Poltawa im Nordosten des Landes sei die Pipeline beschädigt worden, teilte die Polizei am Dienstag mit. Es habe offenbar keine Verletzten gegeben. Augenzeugen in der Region Poltawa sprachen von einer rund 200 Meter hohen Flamme, die aus dem Rohr geschossen sei. Dem Leitungsbetreiber Ukrtransgaz zufolge hat der Zwischenfall aber keine Auswirkungen auf den Gasfluss in die EU, da der Energieträger durch eine Parallel-Leitung fließen könne. Ursache war ersten Ermittlungen zufolge ein Druckabfall.

Die Ukraine ist für die EU eines der wichtigsten Transitländer für Erdgas aus Russland. Moskau hatte der Ukraine am Montag den Gashahn zugedreht und will das Nachbarland fortan nur noch gegen Vorkasse beliefern. Verhandlungen zwischen den Nachbarländern über ausstehende Gasrechnungen und den künftigen Gaspreis waren zuvor gescheitert. Der russische Staatskonzern Gazprom hatte daraufhin vor „möglichen Störungen“ bei den Gaslieferungen in die EU gewarnt.

OPEC-Chef: Irak- und Ukraine-Krise sind Energie-Preistreiber

Die Krisen im Irak und in der Ukraine treiben nach Angaben der Organisation erdölexportierender Länder (OPEC) die internationalen Preise für Energie in die Höhe. Allein der verschärfte Gaskonflikt zwischen Moskau und Kiew habe den Ölpreis bereits um zwei bis drei US-Dollar je Barrel steigen lassen, sagte OPEC-Chef Abdalla Salem El-Badri am Dienstag in Moskau.

Die Krise im Irak habe unterdessen erst angefangen. „Es geht um viel“, warnte El-Badri. Mit Blick auf Russlands Stopp der Gaslieferungen für die Ukraine sagte er, dass beide Seiten ihren Streit lösen müssten.

„Es gibt Spannungen“, sagte der Chef der in Wien ansässigen OPEC. Noch fließe das Gas in die Europäische Union durch die Ukraine, die das wichtigste Transitland für Lieferungen nach Mittel- und Westeuropa ist. El-Badri betonte aber auch: „Der Markt ist nervös, wenn die Zufuhr gekürzt wird.“ Experten warnen, dass die Ukraine den Durchfluss von Gas in die EU kappen könnte, um ihren eigenen Bedarf zu decken. Russland liefert dem Nachbarland seit Montag wegen Milliardenschulden kein Gas mehr.

El-Badri prognostiziert bis zum Jahr 2035 einen wachsenden Ölbedarf von rund 52 Prozent. Dabei sei von einem Preis von rund 110 US-Dollar je Barrel auszugehen. „Das ist der Preis, den wir sehen“, sagte er.