Großer Verlust: Peter Scholl-Latour ist tot

Quelle: http://www.contra-magazin.com/2014/08/grosser-verlust-peter-scholl-latour-ist-tot/

Der bekannte deutsch-französische Journalist und Autor Peter Scholl-Latour verstarb heute Samstag mit 90 Jahren in Rhöndorf am Rhein (NRW). Mit ihm verliert die deutsche Medienlandschaft einen der erfahrensten Reisejournalisten und Kenner der Kulturen dieser Welt.

Von Marco Maier

Nach nunmehr 90 Lebens- und über 60 Berufsjahren verlässt mit Peter Scholl-Latour ein großartiger Mensch, Journalist und Autor diese Welt. Seine Berichte aus den Ländern aller Kontinente, seine Reportagen aus den Kriegsgebieten, sowie seine Bücher prägten das Bild der Deutschen über andere Völker und Länder und die kriegerischen Auseinandersetzungen mit. Sachliche Berichterstattung und authentischer Journalismus frei von Propaganda war seine Stärke, wie er wortgewaltig immer wieder zum Ausdruck brachte.

In der Aussendung seines Verlags hieß es: „Er war der Älteste mit über sechzig Jahren Berufserfahrung als Reporter und Chronist des Weltgeschehens; der Weitestgereiste, der seinen Fuß in sämtliche Länder der Erde gesetzt hat; der Kundigste, der die Kulturen der Welt kannte wie kein Zweiter; der Erfahrenste, der die Kriege und Bürgerkriege unserer Zeit von Algerien über Vietnam bis zum Irak und Afghanistan aus nächster Nähe kennengelernt hat.“


17. August 2014, liebe Leser, liebe Wutbürger,

Quelle: http://www.lutzschaefer.com/index.php?id_kategorie=8&id_thema=280

…als ich mich heute an den Computer setzte und kurz in die Welt sah, da war ich vor allem gespannt auf die nationalen und internationalen Reaktionen auf Peter Scholl-Latours überraschenden Tod, sei es von Kollegen, sei es von Politikern, denn mit vielen dieser Personen war er persönlich gut bekannt, sei es aber auch von der ARD, seinen Verlegern etc.Wir erinnern uns in diesem Zusammenhang, also eines Todes einer bekannten Person, an den kürzlichen Tod eines Schauspielers, Robin Williams, der uns über die Medien in jeder Hinsicht und über einige Tage hinweg mit unzähligen Meldungen und „Twittern“ überschüttete und teilweise „beschäftigte“, selbst ein Herr Obama teilte sich erschüttert mit.Nun also der überraschende Tod eines weltweit bekannten, kritisch aktiven und stets präsenten Mannes.Was ich heute, also einen Tag nach der Meldung seines Todes, zu lesen fand, war doch sehr erstaunlich: absolut Nichts!Keine Mitteilungen von Kollegen, von „Politikern“, sei es national oder international, die t-online-Nachrichten hatten gestern bereits mit Nachricht des Todes jegliche Kommentarfunktion gesperrt und der gestrigen Tagesschau war der Tod dieses herausragenden Kollegen gerade einmal eine absolut nüchterne Meldung wert, diese als letzte Meldung vor den Sportnachrichten und mit einer Dauer von 100 sec. geradezu lächerlich.Nun, dies sagt sehr viel aus, ich denke nicht, daß ich das meinen klar denkenden Lesern noch näher erläutern muß.Der wahrlich große Peter Scholl-Latour ist medial ‚verscharrt‘ worden, einer, der in dieser Welt des Wahnsinns und der Wahnsinnigen noch bei klarem Verstand war als unermüdlicher Rufer in der Wüste. Dieses abartige Verhalten der Nachwelt ist der wahre Indikator dafür, wo wir stehen, und was uns als ‚Zukunft‘ beschert worden ist.
Übrigens: wo ist Merkel? Und noch etwas: es wird viel zuwenig obduziert!

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Ich möchte nochmals auf den Tod von Scholl-Latour zu sprechen kommen, nämlich damit nochmals auf seinen Satz, mit dem mein heutiger Beitrag begann, „die mediale Massenverblödung…“

Wir erinnern uns an das Magazin „spiegel“, Nr. 31/2014, „Stoppt Putin jetzt!“. Das wirbelte mit Recht sehr viel Staub auf, über eventuelle, mit Recht erstattete Strafanzeigen dürfte der Öffentlichkeit mit Sicherheit nichts mitgeteilt werden.

Anette hat übrigens eine Kopie dieses Spiegeltitels mit den Vermerken

„Das ist Volksverhetzung“ und „Sie haben Bildzeitungsniveau erreicht“ unmittelbar nach Erscheinen dieser Ausgabe in die spiegel-Redaktion gefaxt!

Und was lesen wir heute in „spiegel-online“ zur Ukraine-Krise?

„Wenn Hysterie brandgefährlich wird“.

Nun, das Wendehals-Prinzip, so, wie wir es auch aus der Politik kennen, funktioniert doch auch hier wunderbar!

Eine Erklärung über die noch politabhängige Medienberichtserstattung nebst Entschuldigung hierfür nebst Geloben auf Besserung wäre angebrachter gewesen, statt einem kommentarlosen Schwenk, um die Auflagenzahlen zu sichern, bzw. zu vergrößern!

Widerlich!

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Ich möchte diesen traurigen Tag beschließen, indem ich feststelle, daß Herr Peter Scholl-Latour  ’nach langer schwerer Krankheit‘ verstorben ist, so die Medien. Dennoch erschien Caren Miosga in den Tagesthemen nicht in schwarz, sondern im himmelblauen Kostüm – nimmt man so Abschied von einem wahrlich großen Kollegen?

Herr Scholl-Latour war noch vor kurzem recht munter in Interviews zu sehen, er, der absolut feine Mensch, wurde massiv, ging soweit, das Wort „Arschlöcher“ zu verwenden, dies in Bezug auf den Wahnsinn der westlichen Agitation gegen Putin und Russland.

Er plante nun aktuell eine Reise in den Tschad…, lange, schwere Krankheit…, irgendwie passt das nicht so ganz…

Ich hätte da ein paar Fragen…!


Von 9/11 zu einem neuen Kalten Krieg: imperiale USA-Politik

Prof. Dr. Peter Scholl-Latour im Gespräch mit Michael Friedrich Vogt über die Gefahr eines neuen Kalten Krieges aufgrund der imperialen US-Politik. In der Tat hat der 11. September die Welt verändert. Peter Scholl-Latour gehört zu den ganz wenigen Journalisten, der stets darauf verwiesen hat, daß die offizielle Version der US-Administration gelogen ist.

Denn: Daß die verbleibende Supermacht ihren uneingeschränkten Herrschaftsanspruch nicht aufgeben und mit allen Mitteln ein „new American century“ umsetzen will, macht für Peter Scholl-Latour der 11. September deutlich. Es war nur ein Halbsatz, aber seinem Publikum stockte der Atem: Scholl-Latour sprach bei der compact-Souveränitätskonferenz davon, daß “die Türme gesprengt” worden seien. Dies ist seit langem der Kenntnisstand in weiten Teilen der “Wahrheitsbewegung”: Daß es zusätzlich zu den Flugzeugen noch eine koordinierte Sprengung gegeben haben muß, nur so sei das blitzartige Zusammenfallen der Twintower – entlang ihrer Längsachse in Fallgeschwindigkeit – zu erklären. Peter Scholl-Latour ist damit der einzige Journalist aus dem Mainstream, der eine solche Position zu beziehen wagt.

Nach dem Ende des Kalten Krieges trat der Westen als Sieger der Geschichte auf. Frühzeitig hat Peter Scholl-Latour vor der Isolation Rußlands, der Explosivität des Nahen Ostens und der Herausforderung durch China gewarnt. Auch die aktuellen Konflikte im Kaukasus, in Pakistan oder im Iran hat er seit langem vorausgesehen. Sie alle sind die Vorzeichen eines neuen Kalten Krieges, den der Westen nur verlieren kann.

Seit der Implosion der Supermacht Sowjetunion haben sich die Gewichte der Welt nachhaltig verschoben. Zwar hat das russische Imperium unter Putin zu innerer Stabilität zurückgefunden, doch an seinen Außengrenzen brodelt es. Peter Scholl-Latour hat die russischen Grenzgebiete von Minsk bis Wladiwostok bereist. Aus eigener Anschauung – er zählt zu den wenigen Journalisten, die Recherche noch ernstnehmen – weiß er ob der Gefahr, die der Welt aus einem „new American century“ drohen …

Publikationen:
Peter Scholl-Latour, Der Weg in den neuen Kalten Krieg
Peter Scholl-Latour, Rußland im Zangengriff: Putins Imperium zwischen Nato, China und Islam
Peter Scholl-Latour, Die Welt aus den Fugen: Betrachtungen zu den Wirren der Gegenwart
Peter Scholl-Latour, Koloß auf tönernen Füßen: Amerikas Spagat zwischen Nordkorea und Irak
Peter Scholl-Latour, Arabiens Stunde der Wahrheit: Aufruhr an der Schwelle Europas

Website (inoffizielle Sammlung von Links auf Videobeiträge mit Peter Scholl-Latour):
http://www.scholllatour.de

Quer-Denken.TV

mit Verweis auf: http://terraherz.wordpress.com/2014/08/18/von-911-zu-einem-neuen-kalten-krieg-imperiale-usa-politik/

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Zusatz:

Medien, Macht und Manipulation: Eva Herman, Andreas Popp, Michael Vogt

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Quelle: https://www.youtube.com/watch?v=ap9VHCOJFiY

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