Xavier Naidoo. Bild: Youtube / ARD
Xavier Naidoo. Bild: Youtube / ARD

Des „Spiegels“ neues Feindbild ist der Musiker Xavier Naidoo, der es wagte, offen das System BRD zu hinterfragen, die USA zu kritisieren und sich mit dem Thema Pädophilie auseinanderzusetzen. Besonders angekreidet wird ihm sein Auftritt bei einer Mahnwache für den Frieden in Mannheim. Selbst ein Musikstar zu sein schützt nicht vor massiven medialen Schmutzkübelkampagnen.

Von Marco Maier

In seiner Spiegel-Online-Kolumne kann Georg Diez seiner Aversion gegen den Musiker Xavier Naidoo freien Lauf lassen. Für ihn ist der Sänger ein „ein politischer Irrläufer, der für neue rechte Überzeugungen steht“. Nachdem Diez erst seine Musik einem Verriss unterzieht, folgt eine Tirade an Unterstellungen die es in sich haben. So ist Naidoo für ihn „ein Mensch, der sich aus seinen Ressentiments eine Weltanschauung gezimmert hat. Bei dieser werden Verschwörungstheorien, Demokratiefeindlichkeit, Nationalismus, Antiamerikanismus, Antikapitalismus und Friedensgeraune zu einer dunklen Suppe verrührt, wie sie auf den neurechts-gekaperten Montagsdemonstrationen seit Monaten serviert wird.“

Selbstverständlich findet Diez auch eine eigene Herleitung dafür, warum Naidoos Aussage, dass Deutschland nach wie vor besetzt sei, rechtsextremes Gedankengut sein müsse. Denn nur wenn eine einfache Kriegsniederlage und nicht die Befreiung vom NS-Regime der Grund für die Besetzung Deutschlands wäre, würde dies Sinn ergeben. Vielleicht hat Diez ja die Jahre bis 1990 verschlafen, als die Teilung Deutschlands erst mit Zustimmung der Alliierten durchgeführt werden durfte. Eventuell blendet er die Tatsache aus, dass nach wie vor rund 42.000 US-Soldaten in den amerikanischen Militärbasen stationiert sind und die Briten noch bis 2020 bleiben wollen. Von den nach wie vor existenten Sonderrechten der alliierten Soldaten ganz zu schweigen.

Ein weiterer Grund für Diez sich zu echauffieren ist jene Aussage des Sängers, die dieser 2011 im Morgenmagazin tätigte. Auf sein Lied „Freiheit“ angesprochen wurde er gefragt, ob er sich in Deutschland den frei fühlen würde. Daraufhin entgegnete Naidoo: „Aber nein, wir sind nicht frei, wir sind immer noch ein besetztes Land! Deutschland hat noch keinen Friedensvertrag und ist dementsprechend auch kein echtes Land und nicht frei.“ Dass Deutschland keinen Friedensvertrag mit den Siegermächten geschlossen hat und gemeinsam mit vielen anderen Ländern bei den UN als „Feindstaat“ gilt, spielt beim Spiegel-Journalisten offenbar keine Rolle.

Nach dieser Hasstirade gegen Xavier Naidoo kommt noch Diez‘ Verriss des gemeinsam mit Kool Savas aufgenommenen Liedes „Wo sind sie jetzt“ (den Diez übrigens nur als „Wo sind“ betitelte) aus dem Jahr 2012, in dem er harte Worte für Pädophile fand: „Ich schneid euch jetzt mal die Arme und die Beine ab, und dann ficke ich euch in den Arsch, so wie ihr es mit den Kleinen macht“. Naidoo, der selbst Opfer eines Pädophilen war, versuchte sich mit diesem Lied damit auseinanderzusetzen und erhielt daraufhin eine Strafanzeige wegen Volksverhetzung.

Auf jeden Fall zeigt Xavier Naidoo mit seiner kritischen Auseinandersetzung Mut. Jenen Mut, den man vielerorts vermisst, wenn es um Themen geht die immer wieder totgeschwiegen werden. Besonders als bekannter Künstler hat er es damit nicht wirklich leicht. Was er auf jeden Fall verdient, ist Respekt – für seine künstlerischen Leistungen und für seine Offenheit hinsichtlich jener Themen, die man in den Mainstreammedien nicht gerne hört. Xavier Naidoo ist kein „Neurechter“, sondern ein äußerst kritisch denkender Mensch der Dank seines musikalischen Talents mit seinen Liedern und Statements noch viele Menschen erreichen wird.

 

Quelle  © http://www.contra-magazin.com/2014/08/neurechts-spon-hetzt-gegen-xavier-naidoo/

Advertisements