Ecuadors Präsident Correa will keine ausländische Einflussnahme auf die Politik. Bild: Ecuadorianisches Präsidialamt

Ecuador: Konrad-Adenauer-Stiftung sagt Adios

Weil die ecuadorianische Politik offenbar immun gegen politische Beeinflussung ist, verlässt die CDU-nahe Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) nun nach über 50 Jahren das südamerikanische Land. Offizieller Grund sei „das gespaltene Verhältnis der linksgerichteten Regierung zur Meinungsfreiheit“.

Von Marco Maier

Um die politische Einflussnahme aus dem Ausland zu mindern, stehen politische Organisationen unter der Kontrolle der ecuadorianischen Regierung. Damit will Quito verhindern, dass das Land zum Opfer von ausländisch gesteuerten Revolten wird, wie dies beispielsweise in Venezuela oder der Ukraine der Fall ist. Doch dies gefällt der Konrad-Adenauer-Stiftung augenscheinlich nicht.

“Ecuador behält sich seit 2011 das Recht vor, nicht nur Einsicht in die Jahrespläne politischer Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen zu nehmen, sondern diese auch zu ändern. Diese Bedingung war für uns nicht mehr annehmbar”, zitiert die „Deutsche Welle den KAS-Büroleiter in Ecuador, Winfried Weck. “Wir schließen das Büro aus politischen Gründen und suchen nach anderen Möglichkeiten, uns im Land zu engagieren.”

Damit gibt es mit Ecuador wohl einen Exportmarkt für politische Ideologie á la „transatlantische Wertegemeinschaft“ weniger. Zumindest dann, wenn weitere solcher politischer Fremdeinwirkungsorganisationen – wie z.B. das „National Endowment for Democracy“ (NED) – dem Beispiel KAS folgen und ihre Koffer packen.


Trotz EU-Drohungen: Lateinamerika will Russland beliefern

Die Brüsseler Drohungen gegenüber den lateinamerikanischen Ländern bezüglich der geplanten Handelsabkommen zur Belieferung des russischen Marktes mit Lebensmitteln lassen die die Staaten jenseits des Atlantiks kalt. Alle betroffenen Staaten wollen am Ausbau der Handelsbeziehungen mit Russland festhalten.

Von Marco Maier

In Südamerika will sich niemand vorschreiben lassen, mit welchen Ländern man Handel treibt oder nicht. So fallen die jüngsten Drohungen aus Brüssel (wir berichteten) bei den Regierungen und Unternehmen der betroffenen Länder nicht auf fruchtbaren Boden. Chilenische Produzenten bereiten demnach schon die Lieferung von Trockenpflaumen, Lachs, Äpfeln und anderen Produkten vor. Auch in Ecuador freut man sich über die neuen Exportchancen. So findet der ecuadorianische Präsident Rafael Correa deutliche Worte: Ecuador werde „absolut niemanden um Erlaubnis bitten, um Nahrungsmittel an befreundete Länder zu liefern“, so der Präsident.

Der brasilianische Landwirtschaftsminister Seneri Paludo bezeichnete das Interesse Russlands gar als „Revolution bei den Exporten“. Mindestens 90 brasilianische Unternehmen sollen demnach Russland mit Fleisch von Schweinen, Rindern und Hühnern beliefern. Auch Argentinien, welches derzeit mit massiven wirtschaftlichen Problemen kämpft, will mit seinen Produkten den russischen Markt erobern und damit für positive Impulse in der eigenen Wirtschaft sorgen.

Es zeigt sich, dass das Diktat der westlichen Industrieländer für immer mehr Staaten dieser Welt kaum mehr eine Rolle spielt. Jahrzehntelang waren viele Volkswirtschaften von Europa und Nordamerika abhängig, doch die neue multipolare Weltordnung, in der Staaten wie China und Russland eine immer wichtigere Rolle spielen, eröffnen den aufstrebenden Ländern neue Möglichkeiten. Es scheint, als ob sich Lateinamerika zusehends emanzipiert und sich endlich nicht mehr dermaßen von den Interessen der Amerikaner und der Europäer leiten lässt.

Stoffteddy_Gravatar - Kopie (2)

 meint: Es gibt hin und wieder doch noch gute Nachrichten… 🙂

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