Macht das Beispiel Russell Brands Schule? Nach dem Komiker trat nun auch Schauspieler Matt Damon zu einer denkwürdigen Rede an: über die Notwendigkeit von zivilem Ungehorsam.

„Das Problem heute ist nicht ziviler Ungehorsam, es ist ziviler Gehorsam … Unser Problem sind die unzähligen Menschen, die den Führern ihrer Regierung gehorcht haben und in den Krieg gezogen sind und Millionen von Menschen getötet haben — wegen dieses Gehorsams.“

Also begann Schauspieler Matt Damon, bekannt vor allem durch Action-Filme, einen fünf Minuten langen Vortrag, den sein verblichener Freund Howard Zinn bereits 1970 anlässlich einer Debatte über zivilen Ungehorsam gehalten hatte — und der an Aktualität in diesen 43 Jahren absolut nichts eingebüßt hatte.

Macht das Beispiel Russell Brand Schule? Der britische Komiker hatte vor wenigen Monaten inselweit Aufsehen erregte, als er im Rahmen eines Interviews für die BBC-Newsnight die Welt zur Revolution gegen die Missstände im westlichen Kapitalismus aufrief.

Dieses System funktioniert nicht, der Wandel ist nicht radikal genug.“ Der Komiker Russell Brand hat die Probleme im Westen — schreiende soziale Ungleichheit, Lähmung der politischen Kaste, wachsende kriminelle Energie im Finanzsystem und in großen Firmen — in seinem Interview bei „Newsnight“ in der BBC klar benannt — und zu einer Revolution aufgerufen.

Seitdem schlägt ihm Hohn und Spott entgegen. Der britische „Mirror“ zum Beispiel hat ihn als „trivialen Mann“ bezeichnet. Im „New Statesman“ hält Russell Brand dagegen, er habe noch nie gewählt, er sei von der politischen Klasse völlig desillusioniert:

„Ich habe noch nie gewählt. Wie die meisten Leute betrachte ich Politiker als Betrüger und Lügner und das aktuelle politische System als nichts anderes mehr als ein bürokratisches Mittel zur Förderung der wirtschaftlichen Eliten.“

 

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